Seniorengerechtes Quartiersmanagement
Kommunen gestalten die unmittelbare Lebensumgebung der Bürgerinnen und Bürger und prägen das alltägliche Leben vor Ort in vielfältiger Weise. Der demografische Wandel stellt Kommunen vor große Herausforderungen. Wenn wohnortnahe Unterstützungsangebote fehlen, soziale Angebote wegfallen, Vernetzung nur unzureichend funktioniert oder der Druck auf soziale Dienste und kommunale Versorgungs- und Unterstützungsangebote steigt – dann ist es wichtig, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und das Leben vor Ort aktiv zu gestalten.

Einleitung
Ein Instrument kommunaler Entwicklung und Daseinsvorsorge sind seniorengerechte Quartierskonzepte, die darauf abzielen, ein Dorf, eine Gemeinde oder einen Stadtteil so zu gestalten, dass Ältere in ihrem vertrauten Wohnumfeld verbleiben können – mit einem ganzheitlichen Blick auf das Leben vor Ort. Um diese Aufgabe strukturiert und nachhaltig anzugehen, wird eine hauptamtliche Stelle eingerichtet, die das Quartierskonzept koordiniert, Akteure vernetzt, Ideen vor Ort anschiebt und gemeinsam mit den politischen Verantwortlichen umsetzt.
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Organisatorische Grundlage
Kern des Quartierskonzepts ist eine hauptamtliche Stelle für das seniorengerechte Quartiersmanagement. Im Regelfall ist diese bei der Gemeinde oder Stadt angesiedelt. In Einzelfällen kann die Trägerschaft auch von einem Wohlfahrtsverband, einem anderen sozialen Träger oder einer vergleichbaren Organisation übernommen werden. Voraussetzung ist eine enge Zusammenarbeit mit der Kommune.
Das Quartiersmanagement übernimmt eine zentrale Koordinierungs- und Vernetzungsfunktion. Es bildet die Schnittstelle zwischen Kommune, Bürgerschaft, sozialen Einrichtungen und weiteren lokalen Akteuren, initiiert Entwicklungsprozesse und trägt dazu bei, gemeinsam tragfähige Strukturen für ein gutes Leben im Alter zu schaffen.
Die Kernaufgaben für die Umsetzung des Quartierskonzepts sind dabei:
- Vernetzen und koordinieren
- Bedarfe erkennen und gestalten
- Ehrenamt und Teilhabe stärken
Planung und Aufbau
Der Aufbau eines seniorengerechten Quartierskonzepts erfolgt in einem strukturierten Prozess und unter enger Beteiligung der örtlichen Akteure. Ausgangspunkt ist die Frage, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit ältere Bürgerinnen und Bürger auch künftig gut im Dorf, in der Gemeinde, im Markt oder im Stadtteil leben können.
Zur Orientierung zur Planung und Aufbau dient folgende Checkliste: [Verweis einfügen: Checkliste]
Im Rahmen der Planung werden bestehende Angebote, Strukturen und Bedarfe für die Seniorinnen und Senioren des Quartieres analysiert. Dabei werden ausgewählte Akteure aus der Kommune, des Umfeldes und teilweise auch auf Landkreisebene eingebunden (zum Beispiel politische Vertretungen und Verwaltung, Seniorenvertretungen, soziale Einrichtungen und Pflegeanbieter). Auch Seniorinnen und Senioren selbst sollen in die Konzeption einbezogen werden.
Eine ausführliche Auflistung der Akteure ist hier aufgeführt: [Verweis einfügen: Expertenworkshop]: Teilnehmerliste
Das Einladungsschreiben kann je nach Bedarf angepasst werden: [Verweis einfügen: Expertenworkshop]: Expertenworkshop Einladungsschreiben
Auf Grundlage einer Bestandsaufnahme und der Beteiligung relevanter Akteure wird das seniorengerechte Quartierskonzept individuell für jede Kommune / jeden Stadtteil entwickelt. Das Konzept bildet die strategische Grundlage für die spätere Quartiersarbeit und dient gleichzeitig als Basis für den Förderantrag im Rahmen der Förderrichtlinie „Selbstbestimmt Leben im Alter – SeLA”.
Entscheidend ist eine integrierte Betrachtung der drei Handlungsfelder:
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Förderung und Eckpunkte
Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales unterstützt den Aufbau seniorengerechter Quartierskonzepte im Rahmen der Förderrichtlinie „Selbstbestimmt Leben im Alter” (SeLA). Gefördert werden Personal- und Sachkosten für das Quartiersmanagement mit einer Anschubfinanzierung von bis zu 80.000 Euro über einen Zeitraum von vier Jahren. Unter bestimmten Voraussetzungen ist für Kommunen eine Anschlussförderung möglich. Die hierfür geltenden Rahmenbedingungen sind in der SeLA-Richtlinie festgelegt.
Hier finden Sie weiterführende Informationen zur Förderung:
Rechtsgrundlagen Seniorenpolitik | Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales
Die grundlegenden Anforderungen und Rahmenbedingungen sind im Eckpunktepapier des Bayerisches Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales festgelegt. Dieses dient als wichtige Orientierung für Antragssteller. Hier finden Sie weiterführende Informationen zum Thema:
Eckpunktepapier seniorengerechten Quartierskonzepten: https://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_inet/wohnen-im-alter/240521_eckpunkte_quartierskonzepte_sela_neu.pdf
Die Koordinationsstelle Wohnen im Alter berät zur Förderung und unterstützt bei der Antragstellung.
Umsetzung
Erfolgreiche Quartiersarbeit lebt vom Mitmachen. Deshalb sind eine gute Kommunikation, transparente Prozesse und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten entscheidend.
Für die Tätigkeit im Quartiersmanagement sind insbesondere Kompetenzen in den Bereichen Netzwerkarbeit, Moderation, Projektmanagement, Kommunikation sowie Kenntnisse kommunaler und sozialer Strukturen von Bedeutung. Der Zertifikatskurs Generationen- und Quartiersmanagement der Katholischen Stiftungshochschule München qualifiziert für die praxisnahe Gestaltung nachhaltiger Quartiere. Weitere Informationen: Link zu Homepage
Hinweise zu Aufgabenprofil und Anforderungen enthält die Stellenausschreibung für ein Quartiersmanagement: [Verweis einfügen: Stellenausschreibung].
Die hauptamtliche Stelle der Quartiersmanagerin bzw. des Quartiersmanagers übernimmt eine wichtige Steuerungs- und Vernetzungsfunktion vor Ort und trägt maßgeblich dazu bei, dass die im Konzept entwickelten Maßnahmen nachhaltig umgesetzt werden können. Damit diese Aufgabe erfolgreich wahrgenommen werden kann, sollten alle relevanten Unterlagen zu Beginn der Tätigkeit vollständig zur Verfügung gestellt werden. Hierzu gehören insbesondere das Quartierskonzept, Protokolle aus Beteiligungs- und Abstimmungsprozessen sowie weitere Dokumentationen zur Planung und Entwicklung des seniorengerechten Quartierskonzeptes.
Der folgende Leitfaden bietet eine praxisorientierte Grundlage für Planung und Umsetzung: [Verweis einfügen: Leitfaden Umsetzung]
Ein erfolgreiches seniorengerechtes Quartiersmanagement basiert insbesondere auf politischer und institutioneller Unterstützung, sozialraumorientierter Planung, Partizipation älterer Menschen, interdisziplinärer Kooperation sowie nachhaltigen lokalen Netzwerkstrukturen.
Die Koordinationsstelle Wohnen im Alter organisiert für die seniorengerechten Quartiersmanagements, welche Fördergelder aus der SeLA-Richtlinie erhalten (haben), jährliche Vernetzungstreffen sowie Online-Stammtische. Im Mittelpunkt stehen dabei der fachliche Austausch sowie das gegenseitige Kennenlernen.
Die Karte zeigt die im Rahmen der SeLA-Förderung entstandenen seniorengerechten Quartierskonzepte in Bayern. Die über die orangenen Pins abrufbaren Steckbriefe geben einen kompakten Einblick in die Arbeit der Quartiersmanagerinnen und Quartiersmanager sowie in die vor Ort umgesetzten Projekte. Sie laden dazu ein, erfolgreiche Ansätze kennenzulernen, mit den Verantwortlichen in Kontakt zu treten und bewährte Ideen für die eigene Kommune aufzugreifen.
Karte
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