Seniorengerechtes Quartiersmanagement

Kommunen gestalten die unmittelbare Lebensumgebung der Bürgerinnen und Bürger und prägen das alltägliche Leben vor Ort in vielfältiger Weise. Der demografische Wandel stellt Kommunen vor große Herausforderungen. Wenn wohnortnahe Unterstützungsangebote fehlen, soziale Angebote wegfallen, Vernetzung nur unzureichend funktioniert oder der Druck auf soziale Dienste und kommunale Versorgungs- und Unterstützungsangebote steigt – dann ist es wichtig, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und das Leben vor Ort aktiv zu gestalten.

Drei Situationen aus dem Quartiersmanagement: ältere Menschen im Gespräch auf einer Parkbank, eine Informationsveranstaltung mit Publikum, und eine Beraterin, die zwei älteren Menschen Tablets erklärt.

Einleitung

Ein Instrument kommunaler Entwicklung und Daseinsvorsorge sind seniorengerechte Quartierskonzepte, die darauf abzielen, ein Dorf, eine Gemeinde oder einen Stadtteil so zu gestalten, dass Ältere in ihrem vertrauten Wohnumfeld verbleiben können – mit einem ganzheitlichen Blick auf das Leben vor Ort. Um diese Aufgabe strukturiert und nachhaltig anzugehen, wird eine hauptamtliche Stelle eingerichtet, die das Quartierskonzept koordiniert, Akteure vernetzt, Ideen vor Ort anschiebt und gemeinsam mit den politischen Verantwortlichen umsetzt.

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Organisatorische Grundlage

Kern des Quartierskonzepts ist eine hauptamtliche Stelle für das seniorengerechte Quartiersmanagement. Im Regelfall ist diese bei der Gemeinde oder Stadt angesiedelt. In Einzelfällen kann die Trägerschaft auch von einem Wohlfahrtsverband, einem anderen sozialen Träger oder einer vergleichbaren Organisation übernommen werden. Voraussetzung ist eine enge Zusammenarbeit mit der Kommune.

Das Quartiersmanagement übernimmt eine zentrale Koordinierungs- und Vernetzungsfunktion. Es bildet die Schnittstelle zwischen Kommune, Bürgerschaft, sozialen Einrichtungen und weiteren lokalen Akteuren, initiiert Entwicklungsprozesse und trägt dazu bei, gemeinsam tragfähige Strukturen für ein gutes Leben im Alter zu schaffen.

Die Kernaufgaben für die Umsetzung des Quartierskonzepts sind dabei:

  • Vernetzen und koordinieren
  • Bedarfe erkennen und gestalten
  • Ehrenamt und Teilhabe stärken

Planung und Aufbau

Der Aufbau eines seniorengerechten Quartierskonzepts erfolgt in einem strukturierten Prozess und unter enger Beteiligung der örtlichen Akteure. Ausgangspunkt ist die Frage, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit ältere Bürgerinnen und Bürger auch künftig gut im Dorf, in der Gemeinde, im Markt oder im Stadtteil leben können.

Zur Orientierung zur Planung und Aufbau dient folgende Checkliste: [Verweis einfügen: Checkliste]

Förderung und Eckpunkte

Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales unterstützt den Aufbau seniorengerechter Quartierskonzepte im Rahmen der Förderrichtlinie „Selbstbestimmt Leben im Alter” (SeLA). Gefördert werden Personal- und Sachkosten für das Quartiersmanagement mit einer Anschubfinanzierung von bis zu 80.000 Euro über einen Zeitraum von vier Jahren. Unter bestimmten Voraussetzungen ist für Kommunen eine Anschlussförderung möglich. Die hierfür geltenden Rahmenbedingungen sind in der SeLA-Richtlinie festgelegt.

Hier finden Sie weiterführende Informationen zur Förderung:

Rechtsgrundlagen Seniorenpolitik | Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales

Die grundlegenden Anforderungen und Rahmenbedingungen sind im Eckpunktepapier des Bayerisches Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales festgelegt. Dieses dient als wichtige Orientierung für Antragssteller. Hier finden Sie weiterführende Informationen zum Thema:

Eckpunktepapier seniorengerechten Quartierskonzepten: https://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_inet/wohnen-im-alter/240521_eckpunkte_quartierskonzepte_sela_neu.pdf

Die Koordinationsstelle Wohnen im Alter berät zur Förderung und unterstützt bei der Antragstellung.

Umsetzung

Erfolgreiche Quartiersarbeit lebt vom Mitmachen. Deshalb sind eine gute Kommunikation, transparente Prozesse und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten entscheidend.

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